Die Jugendbehindertenhilfe Siegburg Rhein-Sieg e.V. blickt im Dezember 2025 auf vier erfolgreiche Jahrzehnte zurück.
Ganz gleich, ob das flotte Entenrennen, der Kölner Spielecircus oder die qualitativ hochstehende inklusive Tagesarbeit in beiden Kindertagesstätten Kinderburg „Veronika Keller“ und „Die kleinen Strolche“, für dies und noch mehr ist die JBH in der Öffentlichkeit bekannt und anerkannt.
Nun begeht der Verein sein 40-jähriges Bestehen.
Er entstand aus einer privaten Initiative einiger Weniger. Hans Hüngsberg war als Vorreiter mit innovativen Ideen und Taten ein entscheidender Mann der „ersten Stunde“. Er ist seit Beginn 1. Vorsitzender des Vereins und erfüllt diese Funktion mit Tat- und Überzeugungs-kraft bis heute – immer das Wohl der Kinder vor Augen.
Die Kernaufgabe des gemeinnützigen Vereins war es immer, akute Hilfe zu leisten.
Das Logo der JBH die „schützenden Hände“ verdeutlicht im besonderen Maße diese Zielsetzung, den uns anvertrauten Kindern Geborgenheit und Vertrauen zu geben.
Versinnbildlicht wird dies auch in der Strichzeichnung „Der Zaun muss weg“ – Ausdruck dafür, dass Vorurteile beseitigt werden müssen.
Unser Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungskonzept ist darauf ausgerichtet, behinderte und nicht behinderte Kinder zusammenzubringen, damit sie auf der Grundlage einer inklusiven, interdisziplinären, individuell und ganzheitlich fördernden Sichtweise möglichst optimal gemeinsam spielen, lernen und lachen können. Jedes Kind hat das Recht auf Anerkennung seiner Persönlichkeit. Kinder sollen ihre Stärken und Selbstbildungspotenziale nutzen. Mit diesem Bildungsverständnis werden sie auf die zukünftigen Lern- und Lebensaufgaben vorbereitet.
Schnell, sehr schnell sind die Jahre vergangen. Von den Anfängen „Kellnern für einen guten Zweck“ bis zur Gegenwart mit zwei Kindertagesstätten, in denen gegenwärtig 177 Kinder mit und ohne Förderbedarf von über 50 Mitarbeitenden betreut werden, hat sich vieles ereignet und verändert
40 Jahre bedeuteten hohe Kreativität, nimmermüden Einsatz und selbstloses Handeln vieler Einzelner, die sich in den Dienst des gemeinsamen Anliegens gestellt haben.
40 Jahre kennzeichnen auch einen ständigen Wandel – extern in der Gesellschaft und intern für die Einrichtungen. Die Veränderungen waren oftmals rasant und unerwartet aufgetreten und erforderten die Fähigkeit, sich schnell anzupassen und weiterzuentwickeln. Dazu waren Innovation und Kreativität gefordert, um den gesellschaftlichen Anforderungen, den gesetzlichen Neuauflagen in der Bildungs- und Erziehungsarbeit sowie den veränderten Bedürfnissen von Eltern und Kindern zu entsprechen. Einige Beispiele aus dem Anforderungs- und Leistungsspektrum der JBH: Integrative Jugendfreizeiten, Integrative Jugendspiele, Einführung des Qualitätsmanagementsystems, Übernahme der Kindertagesstätte „Die kleinen Strolche“, Neu-, Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen in beiden Kindertagesstätten, Siegburger Entenrennen, Besuche von Schulkindern im Phantasialand, Gestaltung von pädagogischen, heilpädagogischen und therapeutischen Konzepten und vieles mehr.
Vor allem die Covid-Pandemie hat uns allen aufgezeigt, wie notwendig es ist, auf belastende gesellschaftliche Situationen schnell und sachgerecht zu reagieren. Nicht reaktives Handeln auf Veränderungen und nach gewohnten Denkmustern kennzeichnet jedoch das Handeln der JBH. Vielmehr war und ist unser Anspruch, Herausforderungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, um zielbezogen und fördernd – auch perspektivisch – aktiv gestalten zu können.
Diese Erfolge der Vergangenheit waren auch durch die langjährige, treue und großzügige Unterstützung von Förderern getragen, die von der Idee und dem Konzept überzeugt waren. Im gleichen Maße gilt der Dank unseren pädagogischen, heilpädagogischen und therapeutischen Mitarbeitenden, die durch unermüdliche, lobenswerte, wertschätzende Bildungs- und Betreuungsarbeit überzeugten. Das Gemeinsame stand dabei immer im Vordergrund.
Ohne Hans Hüngsberg, unseren „Mann der ersten Stunde“ wäre all dieses nicht möglich gewesen. Er setzte wesentliche Impulse; er war mit seiner visionären Kraft, Weitsicht, Tatkraft und Energie Wegbereiter, Brückenbauer und entscheidender Motor.
Seine Kreativität und Nachhaltigkeit, zum Beispiel zur Erschließung immer neuer Quellen zur Finanzierung von Vorhaben zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für eine möglichst optimale Bildung, Betreuung und Erziehung der Kinder in beiden Einrichtungen, verdienen besondere Anerkennung. Er ist bis heute ein herausragendes Beispiel für persönlichen Einsatz, Beharrlichkeit und selbstloses Handeln.
Ein kurzer Blick voraus. Mit der bevorstehenden Umwandlung des gegenwärtigen Vereins in eine gemeinnützige GmbH steht eine tiefgehende Änderung mit erheblicher struktureller und organisatorischer Herausforderung an. Schließlich soll die „Jugendbehindertenhilfe Siegburg Rhein-Sieg“ mit den beiden Kindertagesstätten in den nächsten Jahren weiterhin möglichst optimal für alle Aufgaben gerüstet sein.
Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft allen Veränderungen innovativ, kreativ und stabil begegnen können.
Bild: Überraschung durch den Nikolaus beim 40. Jubiläum: Schatzmeister Willi Köchner, „Nikolaus“ Markus Neuber, JBH-Vorstand Hans Hüngsberg, Jörg-Peter Schlieder, Geschäftsführer Daniel Heinrich und Kinderburg-Leitung Nina Heep-Mercurio (hintere Reihe, von links). Foto: JBH
